''Rebecca'': Textile Art vom
Alexander Seraphim
Rebecca im Gespräch mit
Designer
Alexander Seraphim
Textile Art vom
Alexander Seraphim
Alexander
Seraphim kommt aus Ural, genauer gesagt aus Tscheljabinsk. Ingenieur vom Beruf
ist Alexander für seine Innovationen im Bereich Mode & Trikotage weit über
die Grenzen vom Russland bekannt. Der Grundlage für sein Hobby, das der
Künstler bereits über 20 Jahre ziemlich professionell betreibt, diente das
Verlangen nach der Modernisierung der Modewelt in der postsowjetischen Zeit.
Rebecca-Redaktion
hat im Gesrpäch mehr über den ungewöhnlichen Designer erfahren.
Text: Kseniya
Eick
Foto und Design: Alexander Seraphim
Das Team
Alexander ist
wie er sich selbst nennt ein Technokrat. Hauptberuflich ist er Energetiker und
ist als Hauptingenieur in mehreren Energiebetrieben der Stadt Tscheljabinsk
tätig. Der Designer ist über 30 Jahre glücklich verheiratet. «Unser Ehe
begrenzt sich nicht nur auf Familie. Meine Frau Alexandra ist mein Co-Autor.
Zusammen erschaffen wir den Traum von „Knits by Chel“ – so nennt Aleksandr sein
Label heute. Bei der Ausarbeitung der Kreationen liegt mein Schwerpunkt auf den
Ideen, dem Design und der Stickereien. Alle Zwischenschritte – vom ersten
Entwurf bis Finalversion – betreut meine Frau. Genauer gesagt: Das Stricken,
die Spitze und das „Einfädeln“ des Verschlusses in das neue Design. Der
innovative Dekor und Spitze unserer Strickdesigns sind Kreationen meiner Frau».
Der Ursrpung
In der jungen 90er Jahren in Russland war die Auswahl
an Strickwaren deutlich weniger als heutzutage. Die Ehefrau Alexandra suchte
nach einer neuen Inspiration zum Stricken und fand in der Ausgabe von „Verena“,
die sie sich gegönnt hatte, keine passende Idee. Sie bat ihren Mann um Rat. Er
blätterte die Seiten durch und erinnerte sich in dem Moment an das Buch, das er
letztens bei seinem guten Freund angeschaut hatte. Es illustrierte die
Geschichte der Fotografie. Auf einem Bild von 1918 sah Alexander Männer und
Frauen im Strick. Bekannte Muster, gleiche Motive: Zöpfe und Rhomben,
Jacquard-Muster und Renntier-Motive… .
Zu dem Zeitpunkt fast 80 Jahre später in der Ausgabe
von Verena, genauso wie auch heute noch sind genau diese Motive die Klassiker,
die die Strickmode prägen. Diese Feststellung hat dem kreativen Ingenieur aus
Ural keine Ruhe gegeben. Zu seinem kreativen Hobby motiviert ihn die
leidenschaftliche Idee einen neuen Stil in der Modewelt zu etablieren, der
keine Analogien weltweit hat. So entsteht „Seraphimskij Trikotag“ (Серафимский трикотаж). Unter diesem Label ist die Produktion von
Strickwaren in einmaligem Design von Alexander Seraphim in Russland bekannt.
»Unser Ehe
begrenzt sich nicht nur auf Familie. Meine Frau Alexandra ist mein Co-Autor«
Alexander Seraphim
Die Erfindung
von Alexander Seraphim
Aleksander ist
der Erfinder des so genannten „Seraphim-Verschlusses“. Seine Erfindung steht in
Russland unter Autorenschutz. Der „Verschluss“ wird aus dem gleichen Material
gearbeitet, wie auch die Basis des Strickstückes. Somit ist es im gleichen Maße
elastisch und „geht“ mit dem Stoff mit. Der Verschluss kann auf jeder Höhe mit
einer dekorativen Halterung fixiert werden. „Der Verschluss ermöglicht es die
Tiefe des Dekolleté genauso wie Höhe des Schlitzes im Kleid zu regulieren,
nicht nur auf einer graden Linie sondern auch im Zickzack. Er öffnet sich
blitzschnell sobald der Fixator losgelöst ist “
Buchstäblich
umschlungen
Das Thema der
Reptilien ist in den Motiven von Seraphim sehr allgegenwärtig. „Mein beliebter
Designer-Ansatz ist die Erschaffung einer visuellen „Beziehung“ zwischen dem Strickerei-Motiv
und der Person, für die ich das Kleidungsstück entwerfe. Die Motive „hängen“,
„umarmen“ oder „verschlingen“ den Körper, auf den das Strickstück wie
angegossen sitzt. In dieser Hinsicht sind die Reptilien – die Schlangen,
Drachen und Eidechsen, mit deren unglaublichen Körperplastizität die idealen
Charaktere.“
Ein Meisterwerk von Meister Seraphim liegt preislich
zwischen 500 und 1.500 Euro und wird innerhalb von etwa 3 Wochen gefertigt. Es
wird nur qualitativ gute Wolle verwendet, die besonders glatt ist, wie
Baumwolle, Viskose oder Seide. Die Basis wird sowohl per Hand wie auch
maschinell gestrickt. In Russland sind die Profigeräte deutscher Herstellung
STOLL sehr beliebt und verbreitet. Viele Werke wie Mäntel und Kleider aus den
Kollektionen von Seraphim sind mithilfe dieser Strickmaschinen gefertigt.








Copy - Paste?
Seine Werke sind
in alle Welt bekannt, auch das amerikanische Magazin Voque Knitting berichtete
bereits über den Designer.
Aleksander über
die Vor- und Nachteile der Berühmtheit: „Hin und wieder bekomme ich Post von
Fans aus aller Welt, die von meinen Designs inspiriert und überwältigt werden.
Sie zeigen ihre Werke, in welchen sie meine Ideen oder Motive verwenden. Es
freut mich, dass mein Stil den Stricker*innen gefällt. Exakte Nachahmung ist
allerdings noch keinem gelungen.
Mich verärgert
allerdings, dass hin und wieder große Modehäuser meine Ideen heimlich borgen.
Einer der auffälligsten Vorfälle liefert das Haus „Gucci“. In den letzten
Jahren wurden mehrere Motive meiner Kollektionen in den Kreationen von Gucci
abgewandelt verwendet. Gerichtliche Klärung ist zwecklos, da nicht wesentliche
Veränderungen an den Motiven, die wollwissend durchgeführt wurden, jegliche
Anfechtung unmöglich machen.“
Auf eigener
Online-Seite stellt der Designer zur Schau die vermeintlichen nachgemachten
Werke der großen Designer--Häuser neben seinen. Zum Vergleich. Jeder darf sich
eine eigene Meinung dazu bilden.
Die Zukunftspläne
Eine Mode-Ausstellung in einem europäischen Museum zu
organisieren ist aktuell der Traum vom russischen Designer Alexander Seraphim.
Wir drücken ihn die Daumen und wünschen weiterhin viel Erfolg mit seinen
kunstvollen Designs.